April 2013
Liebevoll erziehen: Wie Sie Ihre Kinder gut durch die ersten 10 Lebensjahre begleiten
Oberlechner, Manuela (2013).

Was heißt liebevolle Erziehung? Wie kann man Kinder liebevoll erziehen und sie in ihrer Entwicklung fördern? Wie kann man liebevolle Erziehung mit dem Familienalltag in Einklag bringen? Welche speziellen Situationen und Themen beschäftigen Eltern heute?
Manuela Oberlechner, geboren 1971 in Kufstein, arbeitete als Psychologin in ihrer Praxis in Innsbruck sowie als Vortragende und Trainerin im In- und Ausland. Sie entwickelte das Konzept Family-Support Training für liebevolle Erziehung® , eine Ausbildung zum Elterntrainer, sowie Family Support piccolo® , eine Ausbildung für Kinderbetreuungspersonen.
Athesia, 220 S., € 15,90

 

Mai 2012
Für aufgeweckte Eltern
Alf, Renate (2011) 
 
Eines ist schon nach den ersten paar Seiten, die man durchgeblättert hat, völlig klar: Die Alf steht mitten im Leben und das mit wachem Auge und offenbar schneller Hand, gilt es doch das, was sie wahrnimmt, auch graphisch zu dokumentieren.
Ihre Karikaturen sind hinreißende Spiegelungen realer Situationen mit den üblichen Verdächtigen: Eltern und Kindern.
Spätestens nach den ersten 20 Karikaturen ist es für die Betrachter/-innen eindeutig, diese Szenen, diese Situationen, diese Dialoge kann man nicht erfinden, die muss man erlebt haben. Erstaunlicher Weise ergreift einen Respekt statt Mitleid, denn Renate Alf schafft es, mit ihren Bildern auch den schlimmsten Vorkommnissen den Stachel zu nehmen. Sie fordert damit die Leser/-innenschaft auf, sich selbst, die Kinder und die durch sie ausgelösten Katastrophen nur so ernst zu nehmen, dass Folgen nicht ganz verständlicher Handlungen im Beziehungsgeflecht Eltern – Kinder letztlich folgenlos bleiben.
Wie sie das schafft? Ein Blick auf ihre Webseite enthüllt die Quelle ihrer Inspiration. Renate Alf ist die Mutter von vier Kindern und zudem seit einiger Zeit tätige Großmutter. Noch irgendwelche Fragen? Nein? Dann viel Genuss beim Lesen. cv
Oldenburg: Lappan, 70 Cartoons, € 9,50

 

November 2011
Katze liebt Frau liebt Katze
Rybarski, Ruth (2011) Literarische Streicheleinheiten. 

Während Hunde als eher männlich gelten, werden Katzen stets dem weiblichen Element zugeordnet. Begegnungen zwischen weiblichen Menschen und Katzen sind daher auch etwas ganz Besonderes, finden sie doch innerhalb desselben Elements statt. In Zeiten wie diesen, nämlich des Umbruchs in den Geschlechterrollen, tut sich in solchen Begegnungen aber auch die ganze Bandbreite von Konflikten auf, die Weiblich-Sein heute so ausmachen: Da ist kaum eine Katze, die sich über die Berufstätigkeit der Frau, die mit ihr wohnen darf, begeistert. Dass die menschliche Lebensgefährtin für geregelte Finanzen sorgt, findet sie zwar in Ordnung, dass sie dazu das Haus verlassen muss, hingegen als schlicht skandalös.
Ruth Rybarski hat 24 Autorinnen und deren Erzählungen von Begegnungen mit Katzen in diesem Buch vereinigt. Unter den Autorinnen finden sich bekannte Namen wie Ingrid Noll, Ruth Klüger, Susanne Scholl und Christine Kaufmann, aber auch noch viele andere. Es sind verschiedene interessante, lustig und humorvoll gestaltete Geschichten. Was sie gemeinsam haben und was sie gemeinsam auszeichnet: Dieses Offensein und sich dieses Sich-ganz-tief-Verbeugen - im literarischen Sinn - vor der jeweiligen Eigenart der jeweiligen Katze sowie das liebevolle Gestalten der Geschichte drumherum. Auffallend ist, dass eine relativ große Zahl der geschilderten Maustiger männliche Namen trägt, wie z.B. Ref, Max, Julius oder Minos. Ob da nicht auch etwas vom ewigen Geschlechterkampf – transferiert in die heutige Zeit und katzenhaft verfremdet – mitschwingt? Jedenfalls ist das Buch eine kurzweilige, humorvoll geschriebene Lektüre für angenehme Stunden der Entspannung. mb
Salzburg: Residenz Verlag, 240 Seiten, € 19,90

 

Jänner 2012
Kinder brauchen [Zwischen]Räume
Benke, Karlheinz (Hg.) (2011) Ein Kopf-, Fuß- und Handbuch.

Was hier vorgelegt wird, ist ein besonderes Lesebuch. Ein Buch, das durch das Fehlen fast jeglichen Bildmaterials signalisiert: Ich will gelesen werden. Der Leseinhalt ist vielfältig und doch wieder hoch konzentriert. Es geht um Räume, aber nicht um jene simpler euklidischer Vorstellung. Es geht um Räume, die nach Benke auch veritable Orientierungsleistungen auf dem Weg des Kindes zum Erwachsenensein erbringen: Gefühlsräume, Kreativräume, akustische Räume, virtuelle Räume, Beziehungsräume, Vorbildräume, emotionale Räume etc. Benke wird als „zentraler Autor“ von einem ganzen Team von Fachleuten begleitet, die ihre Erfahrungen in raumnahe Themen umsetzen. Immer stehen aber die Kinder im Mittelpunkt und immer die Wertschätzung der AutorInnen ihnen gegenüber. Wenn von Freiheitsgraden für Kinder die Rede ist, von der Notwendigkeit ihnen selbstbestimmtes Handeln in höchst differenzierten Raumdimensionen zu ermöglichen, dann beginnt man als Erwachsener zu begreifen, dass lebensweltliche Komplexität kein Privileg der Erwachsenenwelt ist. Die Kinderwelten zu simplifizieren, hieße Kindern nicht auf Augenhöhe zu begegnen, hieße auch, sie nicht in all ihren Bedürfnissen ernst zu nehmen. Dieses Buch ist ein wichtiger Trittstein auf dem Weg zu einem besseren Verständnis all jener Wirklichkeiten, die sich bei Kindern räumlich manifestieren können. cv
München: m-verlag, 294 S. (=Forum Erziehungswissenschaften 10) € 42.-

 

September 2011
Kinderalltag
Keller, Heidi (2011) Kulturen der Kindheit und ihre Bedeutung für Bindung, Bildung und Erziehung.
 
Vielleicht ist es für so manche ein Aha-Erlebnis, aber die Kinder dieser Welt orientieren sich nicht mehrheitlich am Vorbild einer westeuropäischen Mittelstandsfamilie, weder in Bezug auf das, was sie üblicherweise konsumieren noch in Bezug auf das, was ihnen zugemutet bzw. zugetraut wird. Heidi Keller, die an der Universität Osnabrück forscht und lehrt, entwirft in ihrem Buch über Kinderalltage ein breites Spektrum von differenzierten Fokussierungen, die auf unterschiedliche kulturelle Kontexte gerichtet sind, mit Kindern als Hauptdarsteller/innen.
Sie lässt Kinder und Erwachsene sprechen, vergleicht Dialoge, analysiert Zeichnungen, erzählt Geschichten, unterlegt – ab und zu – wissenschaftliche Erklärungen, reichert einzelne Kapitel mit Schwarz-Weiß-Fotografien an, die meiner Ansicht nach dadurch noch eindrucksvoller erscheinen und schwebt sozusagen mit leichter Feder von einer Betrachtungsebene zur nächsten.
Ein gelungenes Potpourri von Einfällen, wie unterschiedliche Kontexte klar und verständlich dargelegt werden können, gekoppelt mit einer unmissverständlichen Aufforderung uns fremde Praktiken des Umgangs mit Kindern als gleichberechtigte Lebensformen zu akzeptieren.
Die Autorin mag Kinder, das ist zu spüren. Fazit: Ein originelles Buch, ein interessantes Buch, ein Buch der etwas anderen Art, aber wirklich gut zu lesen. cv
Berlin – Heidelberg: Springer. 169 S, € 30,79

 

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