Mai 2010
Verborgene Schätze heben, Wege in die innere Welt von Kindern und Jugendlichen
Violet Oaklander
Klett-Cotta-Verlag, 2009

Wenn auch im Klappentext des Buches steht: „Das Buch ist eine Anleitung und eine wirkliche Hilfe für jeden Therapierenden…“sollten sich niemand davon abschrecken lassen. Das Buch ist für jeden, der sich für Kinder interessiert lesenswert.
Die Autorin zeigt in vielen Fallstudien, was hinter den „Verhaltensstörungen“ von Kindern steckt, und wie sie, indem sie die Ursachen des jeweiligen Verhaltens aufdeckt, die Probleme löst. Sie arbeitet getreu ihrer Erkenntnis: „Paradoxerweise resultieren die meisten Verhaltensweisen aus der organismischen Selbstregulierung und aus dem Bemühen des Organismus, sich gesund zu erhalten … Wenn wir zu einem Kind sagen :“Hör auf damit“, und wir ihn dies einzutrichtern versuchen und es notfalls bestrafen, um unser Ziel zu erreichen, so ist dies sinnlos, weil das Kind auf seine Reaktionsweisen einfach keinen Einfluss hat.“
Peter Staudinger

 

März 2010
Maria Lactans, Die Stillende in Kunst und Alltag
Groiß, Streiter, Vielhaber, Weber
Wiener Dom-Verlag, 2010

Gott will ganz Mensch werden: Mit der Darstellung von Maria als stillender Gottesmutter haben Künstler über Jahrhunderte hindurch großartige Beispiele dafür geschaffen, was die zentrale Botschaft des Christentums ist.
Zahlreiche Bilder und Objekte einer Sonderausstellung im Wiener Dom- und Diözesanmuseum „Maria lactans – die Stillende in der Kunst“ sind in diesem Buch abgebildet und kunsthistorisch-volkskundlich erläutert.
Fachleute wissen darüber hinaus auch: Stillen ist weit mehr als bloße Nahrungsaufnahme! Es ist Symbol und Anfang für das Gefühl von Geborgenheit, für Friedfertigkeit und Gewaltlosigkeit.
20 Jahre nach der gesetzlichen Verankerung des Gewaltverbots in der Familie steht es für das achtsame Verhältnis zwischen Erwachsenen und Kindern in unserer Gesellschaft.

Inhaltsverzeichnis http://elternbildung-tirol.at/pdf/MariaLactans_Inhaltsverzeichnis.pdf

 

Dezember 2009
Flieg, kleiner Schmetterling
Hillebrand, Petra
Verlagsanstalt Tyrolia, Innsbruck, 2009.

Mindestens eine von drei Frauen muss es einmal selbst durchmachen: Die Schwangerschaft verlief in guter Hoffnung, doch das Kind ging wieder, noch ehe es die Welt mit seinen eigenen Füßen betreten durfte. Abortus, Fehlgeburt, Tod im Säuglingsalter kommen leider nicht selten vor. Und viele betroffene Eltern möchten endlich darüber sprechen, ihrer Trauer Ausdruck geben und in liebevoller Weise von ihrem verstorbenen Kind Abschied nehmen. Mit ihren Trauergedichten findet Petra Hillebrand den richtigen Ton. Verse, die die Wut in Worte fassen, Verse, die die Ernüchterung auffangen, die Trauer bergen, Verse, die langsam zum Loslassen hinführen. Worte vielleicht, die dem Kind noch einmal ganz lieb gesagt werden wollten.
PETRA HILLEBRAND, geb. 1972, lebt in Inzing. Sie ist ausgebildete Sozialarbeiterin, an der Frauenklinik Innsbruck tätig und Mutter von zwei Kindern. Mehrer Buchveröffentlichungen, bei Tyrolia u.a. „Kurzgeschichten für Feiern und Gottesdienste. Taufe – Hochzeit – Beerdigung“ (2. Aufl. 2006).

 

Jänner 2010
Starke Kinder brauchen starke Eltern
Paula Honkanen-Schoberth
Urania Verlag Freiburg, 9. Aufl. 2009.

Die Elternkurse STARKE ELTERN - STARKE KINDER® gehen von der Erziehungskompetenz von Müttern und Vätern aus. An Hand des Modells der anleitenden Erziehung werden Eltern in ihrem Erziehungsprozess begleitet. Auf rezepthaftes Erziehungstraining wird bewusst verzichtet. Es werden Ideen aufgezeigt, wie Eltern auch in schwierigen Konfliktsituationen gute Lösungen finden können.
Die Familie ist der wichtigste Lebensraum, in dem Kinder zur vollen Entfaltung ihrer Persönlichkeit heranwachsen sollen. Familie ist für uns jede Form des Zusammenlebens von Erwachsenen und Kindern, in denen Elternverantwortung wahrgenommen wird und sich verlässliche Beziehungen entwickeln. Eltern erziehen ihre Kinder mit vollem Einsatz und bestem Willen. Sie geraten wie alle anderen Erziehenden trotzdem immer wieder an Grenzen, die Sorgen und Frustrationen erzeugen. Viele Eltern bemühen sich, ihren Kindern eine Kindheit entsprechend ihren Wunschvorstellungen zu bieten.
Ziel der Elternkurse ist es, Eltern in ihrer Aufgabe zu unterstützen, ihre Fähigkeiten deutlich zu machen und ihre Kräfte (wieder) verfügbar zu machen. Elternkurse bieten kein Rezept - jede Familie ist einzigartig und verschieden. Daher ermutigen wir die Eltern nach dem für sie und ihre Familie passenden und besten Weg zu suchen. Elternkurse wollen dazu beitragen, Kontakte zu anderen Eltern aufzubauen. Durch den Austausch über die Fragen und die Sorgen zur Entwicklung der Kinder können Beziehungen und Freundschaften auch über die Kursdauer hinaus entstehen.
Paula Honkanen-Schoberth hat Erziehungswissenschaften, Psychologie und Soziologie studiert und ist ausgebildete Familientherapeutin. Als Leiterin der Aachener Ortsgruppe des Dt. Kinderschutzbundes wirkte sie federführend beim Ausarbeiten des Elternkurs-Programms mit.

 

 

November 2009
Der Bastard – Der Fürsorgezögling
Stangl, Franz Josef
Weitra: Bibliothek der Provinz. 2009. 244 S.

Abgeschoben zu werden, ist für ein Kind wohl unerträglich. Niemanden zu haben, der Schutz, Zuversicht, Zuneigung und Unterstützung anbietet, die auf positiver Bindung beruhen, ist so schlimm, dass es für jemanden, der diese Verlassenheit zu spüren bekommt, zutiefst traumatisierend sein muss. Der Autor hat sich seine Erfahrungen von der Seele geschrieben.
Er charakterisiert Menschen und Milieus mit der Präzision eines Skalpells und mit der Akribie eines Betroffenen, der weiß, wovon er schreibt. Die Gedankenwelt von Franz Stangl ist nicht immer gewaltfrei, bei weitem nicht, sie ist aber immer authentisch und sie offenbart einen Wirklichkeitsbezug, der am Rande des Erträglichen ist.
Die 50er Jahre werden durch die vorgelegte biographische Dokumentation zu einem unheilvollen Leben erweckt und ihre Darstellung wird wohl bei all denen, die diese Zeit noch erlebt haben, sehr persönliche Erinnerungen wecken. Bei jenen, die keinen Bezug zu diesen Jahren haben, mögen die Ausführungen zu mehr Verständnis für Menschen führen, die in dieser Zeit ihre Kindheit zu bewältigen hatten. Dieser Roman ist keine leichte Kost, aber immer eindrucksvoll.

Christian Vielhaber 

 

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